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Zur Geschichte der Florinskirche
Die evangelische Florinskirche liegt in der historischen
Koblenzer Altstadt. Ihre gewaltige Doppelturmfassade
bildet mit dem Mittelrhein-Museum, dem Schöffenhaus und
dem Bürresheimer Hof den einzigartigen architektonischen
Rahmen für den Florinsmarkt, der unweit der Mosel gelegen,
zweifelsfrei eine der schönsten Platzanlagen der Stadt
ist.
Die dreischiffige Basilika, um 1100 erbaut, beeindruckt
durch ihre Größe, Monumentalität und die klare
Architektur,
in der romanische und gotische Elemente harmonisch
verbunden sind. Bis 1802 war sie die Kirche des
Kanonikerstiftes St. Florin. Dort wirkte im 15. Jahrhundert
der Philosoph und Kirchenreformer sowie spätere Kardinal
Nicolaus von Kues (Cusanus) als Dechant an St. Florin.
Seine Vision „der Einheit als Hoffnung“ sollte
in die Herzen
jedes Menschen einfließen. Er gilt zu recht als größter
Sohn
von Rheinland-Pfalz. Nach der Verweltlichung der kirchlichen
Güter blieb die leerstehende Kirche über Jahre ungenutzt
und sollte laut Napoleonischem Dekret zu einem städtischen
Schlachthaus umgewandelt werden.
Dazu kam es nicht. Denn mit der Einbindung der Rheinlande
1815 in das preußische Territorium änderte sich
vieles in
Koblenz – auch für die Florinskirche. Friedrich
Wilhelm III.
benötigte für seine in Koblenz stationierten Garnisonen
eine ausreichend Platz bietende Kirche. Er kaufte der Stadt
die leere Stiftskirche ab und ließ sie 1818-1820 nach
Entwürfen von K. F. Schinkel und J. C. von Lassaulx neu
ausstatten. Als Garnisonskirche für die evangelische
Militärgemeinde und als repräsentative Kirche für
die
Zivilgemeinde war die Florinskirche nun wieder ein Ort des
christlichen Glaubens. Eine umfassende Instandsetzung der
Kirche durch den Koblenzer Architekten Otto Schönhagen
1929/30 gab der Kirche ihr gegenwärtiges Aussehen.
2018 ist die Florinskirche 200 Jahre evangelisch. Die
Würdigung dieses Ereignisses soll durch die Stiftung
entsprechend unterstützt werden. Der Sakralbau ist heute
ein offener Raum der Begegnung für alle Gläubigen.
Die Florinskirche bietet eine außergewöhnliche Atmosphäre
für Gottes- und Vespergottesdienste, Konzerte und andere
Veranstaltungen. Der sich angrenzende Florinsgarten ist
eine „Oase der Ruhe“ und wird auch gerne für
musikalische
Aufführungen von hohen Niveau genutzt.
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